St. Nikolai - Spitalfonds
(Stiftung des öffentlichen Rechts)
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Aus der Geschichte der Stiftung

Der St. Nikolai-Spitalfonds geht auf eine Spitalstiftung des Klosters St. Margarethen zu Waldkirch zurück. Der genaue Zeitpunkt ihrer Entstehung ist nicht bekannt. Das Kloster wurde um das Jahr 918 vom Alemannenherzog Burkart I. und seiner Gemahlin Reginlinde als Stift für adlige Frauen errichtet und mit reichen Gütern ausgestattet. Durch Erbschaft kam es an Kaiser Otto I. und seine Nachfolger und wurde Reichskloster. Die Spitalkirche St. Nikolaus wird in einer Bulle des Papstes Alexander III. vom 5. 8. 1178 erstmals genannt.

Das im Jahre 1876 erbaute Spitalgebäude. Links Teil der Spitalmühle und zugehörige Scheune. Im Vordergrund der Kreuzgarten (Wiese). Foto: Max Mayer, Waldkirch

Nachdem das Kloster verarmt und nach dem Tod der letzten Nonne im Jahre 1430 verwaist war, wurde es 1431 in ein Chorherrenstift umgewandelt. In zunehmendem Maße aber suchten sich die klösterlichen Schirmvögte in die Herrschaft über das Spital einzudrängen und sich aus seinen Gütern Vorteile zu verschaffen, so dass sie am Ende des 15. Jahrhunderts zusammen mit den Herren auf Kastelberg sich unan- gefochten die Herrschaft über das Spital teilten.

Das Spital war von seinen Stiftern nach den Weisungen der Ordensregeln des Hl. Benedikt als Armen- und Fremdenherberge bestimmt worden. Die Herren auf Schwarzen- und auf Kastelberg suchten nun darin hauptsächlich eine Unterkunft für ihre Herrschaftsuntertanen einzurichten. Als im Jahre 1567 diese Herrschaften unter die Verwaltung des Hauses Österreich kamen, wurde diese Praxis fortgeführt und zusammen mit der Stadt Waldkirch und die Vogteien Stahlhof, Suggental, Siensbach, Kollnau, Gutach, Bleibach, herrschaftlich Siegelau, Altsimonswald, Oberwinden, Katzenmoos, herrschaftlich Yach, Unter- und Oberglottertal, Ohrensbach, Heuweiler und später auch Buchholz als spitalnutzungsberechtigt angesehen und deren Ortsarme zur Teilnahme am Nutzen dieser wohltätigen Einrichtung besonders bevorzugt.

Bis zum Jahr 1595 waren im Spital auch die Leprakranken und Sondersiechen untergebracht. Die erneut stark aufgetretene Krankheit führte dazu, oberhalb von Kollnau ein eigenes herrschaftliches Leprosenhaus samt einer dem Hl. Rochus geweihten Kapelle zu errichten und mit Gütern auszustatten. Nach dem völligen Erlöschen der Krankheit wurde der Fonds im Jahre 1770 mit dem St. Nikolai-Spitalfonds vereinigt. Das Leprosenhaus wurde mit der Kapelle am 28. Oktober 1778 durch ein Hochwasser der Elz völlig zerstört.

In den Kriegen des 17. Jahrhunderts entstanden im Spital große Schäden, es entging jedoch völliger Zerstörung. Aus dem Vermächtnis des Stiftsprobstes Franz Josef Birsner erhielt das Spital im Jahre 1809 ein Vermögenszuwachs 4959 Gulden und 23 Kreuzern. Um Instandssetzungskosten zu sparen, wurde die alte Spitalkirche im Jahre 1827 abgebrochen und das Inventar öffentlich versteigert.

St. Nikolaispital nach der 1913 erfolgten Aufstockung, seit 1959 Altersheim.

Das Vermögen der Spital-, Leprosenhaus- und Probst-Birsner-Fonds wurde 1829 zu einer Distrikt- Stiftung zusammengefasst. Im gleichen Jahre geschah die Umwandlung des Armenspitals in eine Krankenanstalt. Durch eine Schen- kung des Geistlichen Rats und Stadtpfarrers Ludwig Schindler wurden die Mittel bereitgestellt, zur Pflege durch Krankenschwestern aus dem Orden des hl. Vinzenz von Paul anzustellen. Die ersten Schwestern trafen am 3. November 1853 zur Übernahme ihrer caritativen Tätigkeit ein.

Im Zuge einer Neuorganisation fand 1857 die Gründung des St. Nikolai-Spitalfonds statt, in dem alle vorhandenen Stiftungen zusammengefasst wurden. Das aus dem Mittelalter stammende Spitalgebäude konnte den Erfordernissen nicht mehr genügen. Nachdem die für einen Neubau nötigen Gelder mühsam beigebracht waren, konnte am 14. September 1874 der Grundstein zu einem neuen Spitalgebäude gelegt werden.

Am 16. Oktober 1876 erhielt es mit der Benediktion der Kapelle die kirchliche Weihe. Um den gesteigerten Anforderungen zu genügen, wurde das Haus 1913 durch den Aufbau eines zweiten Obergeschosses erheblich erweitert. Doch schon nach 40 Jahren musste eine weitere Vergrößerung geplant werden. Statt ihrer entstand im Jahre 1956 auf dem Heiterebühl ein von Franziskanerinnen geführtes, dem hl. Bruder Klaus geweihtes Krankenhaus.

Als Krankenanstalt schloss St. Nikolaus am 31. Mai 1956 seine Pforten, um fortan als Altenheim sich der Pflege alter Menschen zu widmen.